Arminianismus contra Calvinismus                       

Diese beiden großen Lehrrichtungen, wenn man sie so bezeichnen darf, führen schon lange zu Spaltungen und Trennungen in der Geschichte der universellen Gemeinde Gottes. Ein sehr bekanntes Beispiel dafür ist die Kontroverse zwischen G. Whitfield und J. Wesley. Beides waren große Gottesmänner, beide wurden von Gott reichlich gesegnet und benutzt. Doch beide vertraten auch Ihre Überzeugungen zu diesem Thema bis an ihr Lebensende!

 

Als reformierte Gemeinde vertreten wir natürlich die reformierte/calvinistische Lehre.

Sie entspricht dem schriftgemässen Evangelium.

 

C.H. Spurgeon sagte darüber: "Die alte Wahrheit, die Calvin gepredigt hat, die Wahrheit, die Augustin gepredigt hat, sie ist auch die Wahrheit, die ich heute predigen muß, sonst wäre ich unaufrichtig gegenüber meinem Gewissen und gegenüber Gott. Ich darf die Wahrheit nicht selbst gestalten; es ist mir fremd, die rauhen Kanten einer biblischen Lehre abzuschleifen."

 

Möge ein jeder selber anhand der Bibel überprüfen und zur Erkenntnis der Wahrheit darüber kommen, wie der allmächtige Gott Menschen rettet. Die nachfolgende Gegenüberstellung bietet eine gute und kurze Zusammenfassung beider Lehrrichtungen.

 

Arminianismus

Calvinismus

Freier Wille oder Menschliche Fähigkeit

Obwohl der Sündenfall sich ernstlich auf die menschliche Natur ausgewirkt hat, hat er den Menschen nicht in einem Zustand absoluter geistlicher Hilflosigkeit überlassen. Gottes Gnade befähigt jeden Sünder Buße zu tun und zu glauben, aber Gott läßt die Freiheit des Menschen unangetastet. Jeder Sünder hat einen freien Willen, dessen Einsatz darüber entscheidet, wo er seine Ewigkeit verbringen wird. Die Freiheit des Menschen besteht in der Fähigkeit sich in geistlichen Dingen für das Gute anstelle des Bösen zu entscheiden. Der Sünder ist dazu in der Lage entweder mit dem Geist Gottes zu kooperieren und wiedergeboren zu werden, oder der Gottes Gnade zu widerstehen und zu verderben. Der verlorene Sünder benötigt die Hilfe des Geistes, aber er muß nicht wiedergeboren werden bevor er glauben kann, denn Glaube ist der Akt des Menschen und geht der Neugeburt voraus. Glaube ist des Sünders Gabe an Gott; es ist der Beitrag des Menschen zu seiner Rettung.

Absolute Unfähigkeit oder Totale Verderbtheit

Aufgrund des Sündenfalls ist der Mensch von sich heraus nicht fähig an das Evangelium zu glauben um zum Heil zu kommen. Der Sünder ist tot, blind, und taub den Dingen Gottes gegenüber; sein Herz ist betrügerisch und hoffnungslos verdorben. Sein Wille ist nicht frei, er ist versklavt an seine verdorbene Natur, deshalb will er nicht—de facto kann er nicht— in geistlichen Dingen das Gute gegenüber dem Bösen vorziehen. Daraus folgt, es erfordert viel mehr als die Hilfe des Geistes um einen Sünder zu Christus zu bringen—es erfordert die Wiedergeburt, bei der der Geist den Sünder zum Leben erweckt und ihm eine neue Natur gibt. Glaube ist nicht das was der Mensch zu seiner Rettung beiträgt, sondern ist selbst Teil von Gottes Geschenk des Heils—er ist die Gabe Gottes an den Sünder, aber nicht die Gabe des Sünders an Gott.

Bedingte Erwählung

Gottes Erwählung zur Rettung bestimmter Menschen vor Grundlegung der Welt basierte auf seiner Vorhersicht, daß sie seinem Ruf folgen würden. Er erwählte nur diejenigen, von denen er wußte, daß sie ihrerseits aus freien Stücken dem Evangelium glauben würden. Die Erwählung war demzufolge bestimmt durch oder abhängig vom Handeln des Menschen. Der Glaube, den Gott vorhersah und auf welchem seine Erwählung basiert, wurde dem Sünder nicht durch Gott geschenkt (er wurde nicht durch die erneuernde Kraft des Heiligen Geistes geschaffen) sondern resultiert einzig und allein auf dem Willen des Menschen. Es wurde den Menschen völlig selbst überlassen, welcher von ihnen glauben würde und dementsprechend wer von ihnen zur Errettung erwählt würde. Gott erwählte diejenigen, von denen er wußte, daß sie—aufgrund ihres freien Willens—sich für Christus entscheiden würden. Demzufolge ist der eigentliche Grund für die Errettung nicht Gottes Entscheidung für den Sünder, sondern die Entscheidung des Sünders für Christus.

Unbedingte Erwählung

Gottes Erwählung zur Errettung bestimmter Menschen vor Grundlegung der Welt beruht einzig allein auf seinem souveränen Willen. Seine Auswahl von bestimmten Sündern basierte nicht auf irgendwelchen von Gott vorhergesehenen Gehorsamsakten dieser Menschen, wie z.B. Glaube, Buße, etc. Im Gegenteil, Gott schenkt Glauben und Buße einem jeden Menschen, den Er auserwählte. Glaube und Buße sind das Ergebnis, nicht der Grund für Gottes Erwählung. Die Erwählung ist demzufolge nicht bestimmt oder bedingt durch irgendeine innewohnende Qualität oder etwa einer von Gott vorhergesehenen Handlung des Menschen. Diejenigen, die Gott in seiner Souveränität auserwählt hat, die bringt er durch die Kraft des Heiligen Geistes zur willigen Annahme von Christus. Demnach ist Gottes Entscheidung für den Sünder, nicht die Entscheidung des Sünders für Christus, die eigentliche Ursache für die Errettung. 

Allgemeines Erlösung oder Generelle Wiedergutmachung

Das Erlösungswerk Christi hat es für jeden möglich gemacht gerettet zu werden, dennoch hat es de facto keinen einzigen Menschen gerettet. Obwohl Christus für alle—und damit für jeden einzelnen—gestorben ist, sind nur die, welche an Ihn glauben, gerettet. Sein Tod erlaubte Gott Sünder zu begnadigen unter der Bedingung, daß sie glauben, aber er bewirkte nicht die tatsächliche Tilgung der Sünden auch nur eines Menschen. Die Erlösung durch Christus wird nur dann wirksam, wenn sich der Mensch dafür entscheidet.

Spezielle Erlösung oder Beschränkte Wiedergutmachung

Das Erlösungswerk Christi war nur dazu bestimmt, die von Gott Auserwählten zu retten und ihre Rettung tatsächlich zu bewirken. Durch seinen stellvertretenden Tod ertrug Christus die Strafe der Sünde anstelle ganz bestimmter Sünder. Über die Hinwegnahme der Sünden der Seinen bewirkte das Erlösungswerk Christi alles was notwendig war zu ihrer Rettung, einschließlich dem Glauben, welcher sie mit Christus vereinigt. Der geschenkte Glauben wird mit absoluter Sicherheit vom Geist bei all denen gewirkt, für die Christus gestorben ist, und sichert somit ihr Heil.

Dem Heiligen Geist kann wirksam widerstanden werden

Der Geist ruft innerlich all diejenigen, die Er äußerlich durch die Einladung zum Glauben ruft; Er tut alles in seiner Macht stehende um jeden Sünder zu retten. Aber der Mensch kann aufgrund seiner Freiheit dem Ruf des Geistes wirksam widerstehen. Der Geist kann den Sünder nicht eher erneuern bis er glaubt; Glaube (= des Menschen Beitrag) beginnt und ermöglicht die neue Schöpfung. Das heißt, daß der Geist in der Anwendung des Erlösungswerks Christi durch den freien Willen des Menschen einschränkt wird. Der Heilige Geist kann nur solche zu Christus ziehen, die es Ihm erlauben. Bis daß der Sünder reagiert, kann der Geist kein Leben schenken. Aus diesem Grunde ist Gottes Gnade nicht unwiderstehlich; ihr kann und wird oft widerstanden und wird somit zunichte gemacht durch den Menschen.

Der wirksame Ruf des Geistes oder Unwiderstehliche Gnade

Zusätzlich zum äußerlichen und allgemeinen Ruf zur Rettung, der an jeden ergeht der das Evangelium hört, erreicht der Heilige Geist die Auserwählten mit einem besonderen inneren Ruf, der sie unweigerlich zum Heil bringt. Der innere Ruf (der nur an die Erwählten ergeht) kann nicht abgelehnt werden; er führt stets zur Wiedergeburt. Durch das Mittel dieses besonderen Rufs zieht der Geist unwiderstehlich zu Christus. In seinem Werk, das Heil zu bewirken, ist der Geist weder vom Menschen eingeschränkt, noch ist der Geist dabei auf die Kooperation des Menschen angewiesen. Der Geist bewirkt aus Gnade, daß der Mensch kooperiert, glaubt, Buße tut, aus freien Stücken und willig zu Christus kommt. Aus diesem Grund ist Gottes Gnade unwiderstehlich, sie versagt niemals darin, die Rettung derjenigen zu erwirken an welche sie gerichtet ist.

Abfallen von der Gnade

Diejenigen, die glauben und gerettet sind, können ihr Heil verlieren, wenn sie darin versagen ihren Glauben zu bewahren, etc. In diesem Punkt sind sich aber nicht alle Arminianer einig; einige halten an der ewigen Sicherheit in Christus fest, was bedeutet, daß ein Sünder vom Zeitpunkt seiner Wiedergeburt nicht mehr verloren gehen kann.

Das Durchhalten der Gläubigen

Alle, die von Gott erwählt wurden, erlöst von Christus, und denen der Glaube durch den Geist gegeben wurde, sind für immer gerettet. Sie werden im Glauben gehalten durch die Kraft des allmächtigen Gottes und halten demzufolge durch bis zum Ende.

Gemäß dem Arminianismus:

Die Rettung wird vollbracht durch die vereinten Bemühungen Gottes (der die Initiative hat) und des Menschen (der antworten muß) – die Antwort des Menschen ist der bestimmende Faktor. Gott hat die Rettung für alle bereitgestellt, aber seine Bereitstellung wird nur wirksam für die, die sich aufgrund ihres eigenen freien Willens, "entscheiden" mit Ihm zu kooperieren und die von Ihm angebotene Gnade anzunehmen. Am entscheidendsten Punkt spielt der Wille des Menschen die entscheidende Rolle; Demnach bestimmt der Mensch, nicht Gott, wer das Geschenk der Rettung empfängt.

Gemäß dem Calvinismus:

Die Rettung wird vollbracht durch die allmächtige Kraft des dreieinen Gottes. Der Vater erwählte eine Gruppe von Menschen, der Sohn starb für sie, der Heilige Geist macht den Tod Christi wirksam, indem er die Auserwählten zum Glauben und zur Buße bringt. Dadurch bewirkt er, daß sie willentlich dem Evangelium gehorchen. Der ganze Prozeß (Erwählung, Erlösung, Wiedergeburt) ist das Werk Gottes und ist allein aus Gnade. Demzufolge bestimmt Gott, nicht der Mensch, wer das Geschenk der Rettung empfängt.

 

 

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