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Zur
Zeit erleben wir in Deutschland wie auch weltweit eine Entwicklung,
die noch vor einigen Jahrzehnten unvorstellbar schien: Nicht nur die
Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sondern auch
immer mehr führende Vertreter der Pietisten und Evangelikalen plädieren
für die Annäherung an Rom oder sogar für die große Ökumene mit
der Römisch-Katholischen Kirche und anderen Konfessionen. Die
Weichen zum ersten "Ökumenischen Kirchentag" 2003 in
Berlin (mit Mitwirkenden aus den unterschiedlichsten Religionen -
etwa des Dalai Lama - und der Unterzeichnung der Charta Oecumenica)
waren längst zuvor gestellt. In der Charta Oecumenica, die von
zahlreichen Kirchen Europas unterzeichnet wurde, geht es um die
Einigung Europas auf politischem und religiösem Gebiet (vgl. hierzu
Offb 13 und 17 f.!).
Im
folgenden können stellvertretend für die zu beobachtende Tendenz
nur einige der einflussreichsten Dachverbände und Personen genannt
werden. Ausdrücklich betont sei, dass keineswegs alle
Verantwortlichen in diesen Verbänden die genannten Vorstellungen
teilen.
Theologischer Konvent
der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den Evangelischen
Kirchen Deutschlands
Prof. Dr. Peter Paul
Johannes Beyerhaus D.D., Gomaringen
bei Tübingen, viele Jahre lang Präsident des Konvents, sprach sich
in Anknüpfung an Wladimir Solowjews "Kurze Erzählung vom
Antichrist" bereits seit den 70er Jahren zwar gegen eine
interreligiöse Ökumene, zugleich aber für eine
interkonfessionelle "Ökumene bekennender Christen" aus.
Solowjew vertritt in seiner "Kurzen Erzählung vom
Antichrist" aus dem Jahre 1900 die Vision einer
"gespaltenen Ökumene": Der abgefallenen Kirche unter
Leitung des Antichristen (für Beyerhaus: der Ökumenische Weltrat
der Kirchen) tritt die "wahre Ökumene" aus Katholiken
(Papst Petrus), Protestanten (Professor Pauli) und Orthodoxen
(Starez Johannes) gegenüber. Die Führung der "nicht
abgefallenen, wahren Christen" übernimmt bei Solowjew
ausgerechnet der Papst Petrus! Man vergleiche hiermit die Sicht der
Reformatoren, die das Papsttum als "Antichrist"
bezeichneten!
Peter
Paul J. Beyerhaus wurde 1989 (heimlich) zum in "apostolischer
Sukzession" stehenden Bischof geweiht und leitet als solcher
eine "Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul" mit allen
sieben (katholischen) Sakramenten.
In der von Beyerhaus verfassten "Regel der
Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul" finden sich u.a.
folgende ökumenischen bzw. katholisierenden Lehren und Praktiken:
apostolische Sukzession, Eucharistie, Stundengebet, Meditation,
Einzelbeichte, Enthaltung der Fleischspeise, sakramentales Verständnis
der Ehe, Noviziat und "Gehorsam gegenüber dem mit der Leitung
beauftragten Ältesten" bzw. Bischof. Das Ziel der Bruderschaft
lautet: "ökumenische Einigung in der Wahrheit, in bewusstem
Gegensatz zu allen schwärmerischen Verirrungen, welche die
offizielle ökumenische Bewegung Genfer und römischer Prägung
heute bedrohen und pervertieren".
Beyerhaus
hält - wie auch der Vizepräsident des Theologischen Konvents, Prof.
Dr. Dr. Horst W. Beck, Baiersbronn-Röt - seit vielen Jahren
Vorlesungen an der streng katholischen Gustav-Siewerth-Akademie,
Bierbronnen (Südschwarzwald). Im einem Glückwunschschreiben
gratulierte Beyerhaus dem ihm gut bekannten Präfekten der
Vatikanischen Glaubenskongregation (Inquisition), Joseph Kardinal
Ratzinger, zu dessen 75. Geburtstag am 16.04.2002 und bezeichnete
Ratzinger als "Lichtträger", der die Aufgabe habe,
"für die unverbrüchliche Gültigkeit der biblisch
geoffenbarten Wahrheit" einzutreten.
Württembergischer
Pietismus
Prof. Dr. Gerhard Maier, seit 2001 Landesbischof (vorher Prälat) der Ev.
Landeskirche in Württemberg, einer der führenden Vertreter des württembergischen
Pietismus (z.B. als langjähriger Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses,
Tübingen), lud in seinem Bischofsbericht vom 4.07.2002 zum Ökumenischen
Kirchentag nach Berlin 2003 ein und äußerte sich auch nachher
"durchweg positiv über die ökumenische Großveranstaltung".
Wörtlich sagte Maier in seiner Einladung:
"In Freude und
Dankbarkeit erinnere ich mich an die zahlreichen ökumenischen
Gottesdienste, die ich im vergangenen Jahr mitfeiern und
mitgestalten konnte ... Gespannt blicke ich auf den Ökumenischen
Kirchentag ... Durch die Planung gemeinsamer
Vorbereitungsveranstaltungen vor Ort werden neue ökumenische
Kontakte geknüpft und schon bestehende intensiviert. Ich ermutige
Sie, diese Chancen wahrzunehmen und am Ökumenischen Kirchentag in
Berlin teilzunehmen."
Gerhard
Maier ist - was eher zufällig öffentlich bekannt wurde -
stellvertretender Prokurator der seit 2000 bestehenden Initiative
"Unità dei Cristiani e.V. (Einheit der Christen e.V.)"
mit dem Ziel der Zusammenführung der getrennten Konfessionen.
Prokurator dieser Initiative ist Walter Kardinal Kasper, der Präsident
des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen
(vorher Professor in Tübingen und Bischof der Diözese
Rottenburg-Stuttgart).
In der Selbstdarstellung dieser Initiative wird offen gesagt, worum
es geht:
"Es muss sich auf allen
Ebenen durchsetzen, dass es zur Ökumene keine Alternative gibt ...
Wir ... sind ein Verein von katholischen und evangelischen Christen
und haben uns verpflichtet, die getrennten christlichen Kirchen in
ihren Bemühungen um die Einheit in der Vielfalt zu unterstützen
und alles zu tun, damit eine Einheit in versöhnlicher Vielfalt bald
möglich ist ... Zu den anderen Religionen der Welt wollen wir
freundschaftliche und friedliche Beziehungen pflegen."
Als
Schritte zu dieser "Einheit in Vielfalt" werden in der
Selbstdarstellung der "Unità dei Cristiani" u.a. die
folgenden aufgezählt:
- "1948 Gründung des Ökumenischen
Rates der Kirchen
- 1960 Sekretariat zur Förderung
der Einheit der Christen als vorbereitende Konzilskommission
- 1962-1966 Zweites
Vatikanisches Konzil: Öffnung der Katholischen Kirche zur Welt;
Konzilsdokument über den Ökumenismus ´Unitatis Redintegratio` ...
- 1999 Unterzeichnung der ´Gemeinsamen
Erklärung zur Rechtfertigungslehre` in Augsburg - ein wesentlicher
Schritt zur Überwindung der Spaltung mit den aus der Reformation
hervorgegangenen Kirchen
- 2000 Heiliges Jahr -
zahlreiche ökumenische Begegnungen und Ereignisse an symbolträchtigen
Orten ...
- 2002 Gebetstag und Treffen
in Assisi: 31 christliche Kirchen u. Gemeinschaften, 12
Welt-Religionen (dieses Treffen trug - trotz aller gegenteiliger
Beteuerungen - synkretistischen Charakter!;
d. Verf.)
- 2003 Ökumenischer
Kirchentag in Berlin
- 2010 (Vision:) Einheit in
der Vielfalt - Vielfalt in der Einheit"
In
seinem Festvortrag zum 25-jährigen Bestehen des
"Arbeitskreises für evangelikale Theologie" (AfeT) am
13.12.2002 in Gießen plädierte Maier vor der versammelten
evangelikalen Theologenschaft ganz offen für einen
"interkonfessionellen Konsens (Übereinstimmung)" und ein
übergeordnetes "Lehramt" für die evangelische Kirche
(wie es ein solches bisher nur in Rom gibt). Maier sagte:
"Das grundlegende ´Konsenspapier`
bleibt das Neue Testament selbst ... Mag man das Neue Testament
paulinisch-protestantisch oder petrinisch-römisch lesen, es bleibt
das geschlossene und definitive Dokument der Christenheit und
insofern sichtbarer Ausdruck eines christlichen Grundkonsenses ...
man kann das Lehramt als Aufgabe der Kirchen begreifen."
Trotz
(oder wegen?) solcher Äußerungen wurde und wird Maier in den
letzten Jahren vermehrt zu pietistischen Großveranstaltungen in Württemberg
und darüber hinaus eingeladen, so etwa zur Einführung des neuen
Direktors der Liebenzeller Mission, Detlef Krause, beim
Pfingstmissionsfest 2003, dem er bei dieser Gelegenheit den
Pfarrertitel verlieh.
Deutsche und Weltweite
Evangelische Allianz
Dr. Rolf Hille, Vorsitzender der Theologischen Kommission der
Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) und des Arbeitskreises für
evangelikale Theologie (AfeT), Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in
Tübingen, bis zum Jahre 2000 Vorsitzender der Deutschen
Evangelischen Allianz (DEA), ist als Vorsitzender der WEA-Kommission
beteiligt an (Geheim-) Verhandlungen mit einer Theologengruppe des
Vatikans mit dem Ziel einer gemeinsamen Erklärung. Rainer Wagner
schreibt hierzu in seinem voluminösen Werk "Gemeinde Jesu
zwischen Spaltungen und Ökumene":
"Ohne dass es der Öffentlichkeit
näher bekannt wurde, gibt es seit 1993 Gespräche zwischen der
Weltweiten Evangelischen Allianz und dem Vatikan, die in eine
gemeinsame Erklärung münden sollen. Am 28. Mai 2002 erklärte Rolf
Hille dem Herausgeber des Informationsdienstes ´Topic` auf dessen
Anfrage, dass in Kürze ein von der gemeinsamen Kommission
erarbeitetes Diskussionspapier den katholischen Gremien und den
Allianzkreisen zur Meinungsbildung vorgelegt werden wird."
Das
Gleiche teilte Rolf Hille dem Verfasser in einer Email vom 6.
Dezember 2002 mit, wobei er behauptete, dass dieses Papier
"keinerlei offiziellen Charakter" habe, da es "weder
vom Vatikan noch von der WEA herausgegeben wird, sondern ein
Diskussionsbeitrag sein wird, den einige katholische und
evangelische Theologen gemeinsam erstellt haben". Das Ergebnis
bleibt abzuwarten...
Peter Strauch, der Nachfolger Hilles als Vorsitzender der
Deutschen Ev. Allianz, zugleich Präses des Bundes der Freien Ev.
Gemeinden (FEG) in Deutschland, Witten, spricht sich in
Stellungnahmen und Artikeln für "eine große konfessionelle
Weite" aus, die Katholiken einschließt. Wörtlich sagt er:
"Katholizität ... die
Universalität der Gemeinde Gottes ... sollte in der Allianzbewegung
ihren Ausdruck finden ... Nicht welcher Kirche er (sc. der Einzelne)
angehört, sondern wie er zur theologischen Basis der Evangelischen
Allianz oder der Lausanner Bewegung steht, ist für die
Zusammenarbeit entscheidend."
Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen
Allianz, wirkte in einer Hauptveranstaltung des "Ökumenischen
Kirchentages" 2003 in Berlin zum Thema "Universale
Menschenrechte" mit.
Außerdem waren auch zahlreiche andere prominente Evangelikale wie Ulrich
Parzany (CVJM, ProChrist), Roland
Werner (Christustreff, Christival) und Klaus
Göttler (Christival, EC) als Mitwirkende beim ersten Ökumenischen
Kirchentag vertreten.
Idea-Chefredakteur Helmut Matthies schrieb im Vorfeld des 1. Ökumenischen
Kirchentages zu dieser Entwicklung:
"... als zur ersten großen
evangelisch-katholischen Versammlung - dem Ökumenischen
Pfingsttreffen 1971 in Augsburg - 8.000 Menschen zusammenkamen,
fehlten evangelikale und freikirchliche Gemeinden. Über 30 Jahre später
kommen ... zum ersten Ökumenischen Kirchentag 200.000
Kirchenmitglieder nach Berlin. Und noch nie waren Freikirchen und
Evangelikale so stark bei einem Kirchentag vertreten wie beim
kommenden, der auf Initiative der katholischen Kirche zustande
gekommen ist." Matthies führt dies auf die "Sehnsucht
nach Einheit" zurück und bemerkt: "Die Frage nach der
Wahrheit, die die 68er Generation bewegte, ist weit weggerückt."
Inzwischen
rief die Evangelische Allianz das Jahr 2004 zum "Jahr der
Einheit" aus und möchte diesen Gedanken mit Hilfe einer
"Impulstour" durch verschiedene Großstädte den Gemeinden
nahebringen.
Gnadauer
Gemeinschaftsverband (Dachverband Landeskirchlicher Gemeinschaften)
Pfarrer Dr. Christoph
Morgner, Siegen, Präses des Gnadauer Verbandes, plädierte
bereits nach seiner Wahl im Februar 1989 in einem aufsehenerregenden
Interview
für mehr Offenheit in der Ökumene der Konfessionen und in anderen
Fragen (Bibelauslegung, Kirchentag, Frauenordination, Charismatische
Bewegung, Evolution u.a.). Herbert Becker, Gemeinschaftsinspektor
der Evangelischen Deutschland für Deutschland, meinte hierzu am
26.08.1989 anlässlich der Jahreshauptversammlung der Evangelischen
Gesellschaft für Deutschland - Neukirchener Mission, in seinem
Jahresbericht:
"Die Gnadauer Präseswahl
fand im Februar dieses Jahres statt. Pfarrer Christoph Morgner,
Vorsitzender des Hannoverschen Gemeinschaftsverbandes, wurde zum Präses
berufen. Die anschließenden Erklärungen und das Idea-Interview
sorgten für viel Aufregung. Bruder Morgner gehört dem kirchlich
geprägten Lager Gnadaus an. Die Vertreter unseres Werkes auf der
Gnadauer Mitgliederkonferenz haben ihn nicht gewählt."
Inzwischen
scheint sich dies geändert zu haben. Es gab kaum noch Protest, als
Morgner 13 Jahre später - im Herbst 2002 - Sätze wie diese
schrieb:
"Obwohl die
Gemeinschaftsbewegung in den evangelischen Landeskirchen keine
geordnete Beziehung zur katholischen Kirche pflegt, habe ich keine
Berührungsängste ... Dieser konfessionsübergreifende Zug lässt
sich im Pietismus, der größten Erneuerungsbewegung in unserer
evangelischen Kirche, durchgängig feststellen. Wir sind allen
verbunden, die Christus nachfolgen, ganz gleich, zu welchem
kirchlichen Lager sie gehören."
Diese
freimütigen Äußerungen Morgners taten seiner einige Wochen später
mit überwältigender Mehrheit erfolgten Wiederwahl zum Gnadauer Präses
offensichtlich keinen Abbruch.
Weitere Beispiele
Betrachtet
man solche Weichenstellungen, die durch führende Pietisten und
Evangelikale - zum Teil zunächst hinter verschlossenen Türen, aber
nun plötzlich ganz offen - erfolgt sind, dann muss man sich nicht
wundern, dass inzwischen auch in etlichen weiteren evangelikalen
oder dem Pietismus nahestehenden Werken, Gemeinschaften, Verlagen,
Zeitschriften (z.B. "Aufatmen", "Dran"), Medien und
Rundfunkanstalten (z.B. ERF)
ökumenisches und mystisches Gedankengut immer offener propagiert
wird.
So
initiierte z.B. Pfarrer
Hanspeter Wolfsberger als Direktor der Liebenzeller
Mission (er ist inzwischen von diesem Amt zurückgetreten) ein
riesiges "Haus der Stille" mit "Tagzeitgebeten"
und ließ im Jahr 2001 eine Kapelle mit - bis dato immer noch
vorhandener - Ikone im Monbachtal bei Bad Liebenzell errichten.
Ikonen kommen vor allem in der Orthodoxen Kirche sehr häufig vor.
Es sind Bilder, durch welche mittels Meditation des Betrachtenden
angeblich Christus, Gottvater oder die Heiligen in die geschaffene
Welt eintreten und mit ihm Verbindung aufnehmen - eine mystische
Vorstellung mit der Gefahr des Spiritismus, die - insbesondere, was
die Darstellung Gottvaters oder Christi angeht - im Gegensatz zum
biblischen Bilderverbot (2. Mose 20,4 ff.) steht! ERF-Direktor Jürgen
Werth schrieb über die im Monbachtal aufgestellte Ikone
"Christus und Menas" eine Meditation, die in der
Zeitschrift "Aufatmen", Sommer 2002, S. 101, unter der Überschrift
"Bildergeschichten" veröffentlicht wurde und in der
Kapelle im Monbachtal aushängt. Darin heißt es: "Wir lernen
immer wieder neu - auch durch diese Ikone: Jesus ist an unserer
Seite." Wolfsbergers Vorgänger als Direktor der Liebenzeller
Mission, Pfarrer Dr. Lienhard Pflaum, hatte dagegen immer wieder
deutlich vor solchen ökumenisch-mystischen Bestrebungen gewarnt und
tut dies bekanntlich bis heute.
Bereits
im Jahre 1999 schrieben Vertreter von 15 evangelischen Kommunitäten
und Vereinigungen in Deutschland (z.B. die Jesus-Bruderschaft
Gnadenthal, die Christus-Bruderschaft
Selbitz, die Michaelsbruderschaft
und die Kommunität "Steh
auf") an den Papst und teilten ihm mit, sie würden ihn als
"Sprecher der geeinten Christenheit" anerkennen.
Am 28.9.2002 fand erstmals eine Ökumene-Wallfahrt auf den Kreuzberg
bei Bischofsheim (Rhön) unter Beteiligung "evangelischer,
evangelikaler und katholischer Christen" statt, die vom Leiter
der evangelikalen Gästehäuser Hohe Rhön, Fritz Schroth,
Bischofsheim, initiiert wurde. Schroth ist zugleich Vorsitzender des
Ausschusses für Mission und Ökumene in der bayerischen
Landessynode.
Ausblick
Diese
Beispiele ließen sich - leider - beliebig vermehren. Zeitschriften
wie "Topic", "Zeitspiegel",
"Informationsbrief der Bekenntnisbewegung" und
"Bekennende Kirche" brachten in der letzten Zeit immer
wieder erschütternde Hintergrundinformationen. In "Topic"
Nr. 10/2002 erschien sogar ein Artikel unter der Überschrift "Wie
evangelikale Führer die Evangelikalen verführen".
Beginnen sich die Kapitel 13, 17 und 18 der Johannesoffenbarung
sowie Matthäus 24 und 1. Petrus 4,17 ("Das Gericht beginnt am
Hause Gottes") bereits zu erfüllen? So fragen immer mehr Gläubige
an der Gemeindebasis angesichts dieser Vorkommnisse. Und die Befürchtung
taucht auf: Wem kann man denn noch vertrauen?
Diese
Frage stellt sich um so bedrückender, als es sich bei mehreren der
genannten Personen um Männer handelt, die für viele Christen - so
auch für mich - in früheren Jahren große Vorbilder im Glauben
waren. Diese Zeilen schreibe ich daher mit tiefer innerer
Betroffenheit. Viele der geschilderten Ereignisse sind mir
unbegreiflich. Ich kann sie nur unter dem Aspekt verkraften, dass
wir es hier mit endzeitlichen Entwicklungen zu tun haben - mit einer
Verblendung, die jeden von uns erfassen kann, wenn wir nicht wachsam
sind und treu in der Nachfolge Jesu Christi bleiben.
Ich
möchte mich daher auf keinen Fall zum Richter über andere erheben.
Das steht mir nicht zu. Ich kann nur beten: Möge Gott der HERR
selbst sich in dieser Zeit der Verführung über Seine Herde
erbarmen und sie mit Seinem Geist ausrüsten, damit sie mutig und
treu in der Wahrheit bleibt: in Jesus Christus allein, der sie
leitet, bewahrt und ans Ziel bringt. Jesus Christus spricht: "Fürchte
dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen,
euch das Reich zu geben" (Lukas 12,32).
Anschrift
des Verfassers: Dr. theol. Lothar Gassmann, Am Waldsaum 39,
D-75175
Pforzheim, Email: LOGASS1@t-online.de
Homepage:
http://home.t-online.de/home/logass/gassmann.htm
Regel der Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul, S. 3; zit.
auch bei: Möller, ebd. In seiner Entgegnung auf Möllers
Artikel bestritt Beyerhaus den Vorwurf der ökumenischen
Offenheit nicht, gab letztlich auch den Gebrauch von sieben
Sakramenten zu, versuchte aber, dies mit seiner "unveränderten"
evangelikalen Grundeinstellung zu verbinden: "Es gibt nämlich
keine biblisch begründete evangelikale Glaubensüberzeugung,
die ich im Zusammenhang mit der Bildung der BPP
(Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul; d. Verf.) und meiner
Bischofsweihe preisgegeben hätte" (Diakrisis 1/1998,
S.60).
Gesandt in die Welt. Bericht von Landesbischof Gerhard Maier vor
der 13. Württembergischen Evangelischen Landessynode am 4. Juli
2002, Stuttgart 2002, S. 22).
Einheit in der Vielfalt. Selbstdarstellung der Initiative Unità
dei Cristiani - Einheit der Christen - Ökumene, Stegwiesen 2,
D-88477 Schwendi-Hörenhausen. - Man beachte, dass hier im
Hintergrund nicht nur die interkonfessionelle, sondern bereits
die interreligiöse Ökumene anklingt und dass der
Assisi-Synkretismus des Papstes mit den heidnischen Religionen
nicht abgelehnt, sondern positiv gesehen wird (s.u.)!
G. Maier, "Gemeinsam glauben - Miteinander forschen.
Festvortrag zur Jubiläumsfeier am 13.12.2002", in:
Evangelikale Theologie. Mitteilungen des AfeT, Mai 2003, S. 7-12
(hier: S. 7 f.).
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